15.000 panierte Käsestücke pro Stunde

28.04.2012

Die Fertigprodukte (Convenience) der Milchwerke Oberfranken West verkaufen sich so gut, dass eine Erweiterung notwendig wurde. Der Anbau (Länge 60 Meter, Breite 18 Meter) schließt sich in nördlicher Richtung an die bestehenden Gebäude an.

In der neuen Halle, für die das Unternehmen sechs Millionen Euro investierte, werden ausschließlich Convenience-Produkte hergestellt. Dazu zählen Grillkäse, Back-Camembert und -Mozzarella: 5000 Tonnen Ausstoß pro Jahr. Die Produktion in der neuen Halle startete Anfang März. "Jetzt läuft sie auf Hochtouren", erklärt Direktor Ludwig Weiß. Der Convenience-Bereich funktioniert weitgehend automatisch. "Trotzdem haben wir 15 Mitarbeiter neu eingestellt, um die höhere Veredelung zu bewerkstelligen", sagt Weiß. Rund die Hälfte der Fläche in der neuen Halle nimmt eine moderne Fertigungsstraße ein, mit Panier- und Frittieranlagen, Froster und Verpackungsroboter. Eine weitere Fertigungsstraße soll folgen. Das Paniermehl wird in Silozügen angeliefert und über ein Rohrsystem der Produktion zugeführt. Pro Monat werden 100 Tonnen Paniermehl verarbeitet, hergestellt aus geschreddertem Brot. Beim Frittieren kommt Sonnenblumenöl zum Einsatz. Zum Beheizen der Fritteuse dient eine Thermalofenanlage, die Abluft wird zur Wärmerückgewinnung aufbereitet. Die neue Convenience-Anlage läuft im Drei-Schicht-Betrieb, 15 000 Stück Käse pro Stunde werden paniert. Ein Mitarbeiter fährt den Käse in großen Gestellwagen heran, zwei Kollegen bestücken das Laufband mit den kleinen Laiben. Das Band gibt die Arbeitsgeschwindigkeit vor. Liegen die Käselaibe auf dem Band, haben sie zunächst eine Strecke von rund 20 Metern vor sich, immer durch diverse Maschinen hindurch: zweimal panieren, einmal frittieren. Anschließend werden sie in einem großen Kühlraum bei minus 30 Grad gekühlt. Dank neuer, besonders effizienter Technik sank der Preis für das Kühlen des Käses von 12 auf 2,8 Cent pro Stück. Eine Etage tiefer wird die Ware verpackt, ebenfalls vollautomatisch. Wo früher sechs Mitarbeiter mit dem Verpacken von Grillkäse und Back-Camembert beschäftigt waren, rotiert heute ein Roboter. Das bedeute aber nicht, dass Personal entlassen wurde, betont Direktor Ludwig Weiß. Heuer stehen Investitionen im Volumen von drei Millionen Euro an: Milchannahme und Produktionskapazität sollen erweitert werden. Außerdem sei beabsichtigt, auf Kundenseite weiter zu diversifizieren, so Weiß. "Wir müssen uns noch internationaler aufstellen, um von einzelnen Märkten unabhängiger zu sein."

Quelle: Coburger Tageblatt vom 28.04.12

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