2013 war für die Milchwerke in Wiesenfeld ein Jahr der Superlative

06.06.2014

Die Milchwerke Oberfranken West sind rundum zufrieden mit Umsatz und Entwicklung auf dem Markt.

"Von einem Jahr der Rekorde" berichtete der geschäftsführende Direktor Ludwig Weiß bei der Hauptversammlung der Milchwerke Oberfranken West. Demnach wurden deutschland- und europaweit höchste Milchpreise bezahlt, und den Milchwerken hat dies einen Rekordumsatz beschert. Weiß freute sich über das rege Interesse der Milchbauern, denn der Saal der "Fabrik" in Meeder war vollkommen besetzt.

Wie Weiß berichtete, sei im Jahr 2013 das Milchaufkommen in den wichtigsten Exportländern in der Summe kaum gestiegen. Außerdem, so Weiß, seien auch in Deutschland und Europa im Halbjahr 2013 die Milchmengen stark zurückgegangen. Dies habe zu einem erheblichen Preisanstieg bei Butter, Milchpulver, H-Milch und Industriekäse geführt. Hinzu komme die Nachfrage nach Milch- und Molkepulver aus dem asiatischen Raum, die ebenfalls in die Höhe gegangen sei. Dies habe den europäischen Markt zusätzlich entlastet. Weiß: "Folglich wurde das Jahr 2013 mit dem durchschnittlich höchsten Auszahlungspreis an die Milcherzeuger abgeschlossen."

Auch die Erzeuger bekommen gutes Geld für ihr Produkt

Der Erzeugerpreis der Milchwerke lag im Jahr 2013 demnach bei 38,50 Cent/Kilogramm. Im Vergleich dazu waren es 33,75 Cent im Jahr 2012 und im Jahr 2011 wurden 35,54 Cent gezahlt, im Jahr 2010 noch 32,34 Cent und eine Talfahrt hatte der Milchpreis im Jahr 2009 mit 28,87 Cent erlitten. Im vergangenen Jahr sind die Kapazitäten der Käserei-und Abpackanlagen erweitert worden, außerdem wurde die Molke-Verarbeitung modernisiert. Insgesamt wurden 1 845 000 Euro investiert. Dank dieser Investitionen können nun pro Stunde 100 000 Liter Molke geklärt und entrahmt werden. Dies verbessere die Qualität und den Ertrag der Produkte weiter, erklärte Weiß, was sich wiederum auf die Berechnung des Milchauslieferungspreises auswirke.

Modernste Geräte

Das betriebseigene Labor ist nun mit modernsten Analysegeräten ausgestattet, zusätzlich wurde ein Netzwerk installiert. Um weitere Marktanteile zu sichern, ist die Entwicklung von trendgerechten Produkten auf den Weg gebracht worden. "Mit der Investition in eine hochmoderne Mozzarella-Anlage haben wir dem Verbraucherverhalten Rechnung getragen." Der Absatz von Bio-Produkten bewege sich auf einem stabilen Niveau. Da im Inland die Preise bei Käse nur schleppend nach oben gehen (vor allem Käsespezialitäten gehen zu billig über die Ladentheke), unterstütze der Exportanteil die Stärkung des Eigenkapitals, sagte Weiß.

Den Leuten geht es mehr und mehr um den Genuss

Entgegen dem Trend der vergangenen Jahre, als die Verbraucher noch magere Käsesorten und kleine Portionen bevorzugten, haben die Milchwerke im Jahr 2013 einen runden "Bayerischen Weichkäse" mit 70 Prozent Fettgehalt und einem Gewicht von 350 Gramm auf den Markt gebracht und damit genau richtig gelegen. "Dieses Produkt macht Freude", so Direktor Weiß. Auch bei den seit Jahren beliebten Grilltalern verzeichnen die Milchwerke Zuwächse und sind mit diesem Produkt deutschlandweit gelistet.

Mehrere Zertifikate

Viele Erzeugnisse sind im Jahr 2013 von der DLG ausgezeichnet worden, insgesamt erhielten die Produkte 17 goldene, 28 silberne und vier bronzene Medaillen. "Für uns ist dies ein Ansporn, die Qualität weiter zu steigern." Insgesamt setzten die Milchwerke 43 168 Tonnen Käse im Jahr 2013 ab. Beide Betriebsstätten, Wiesenfeld und Lendershausen, sind auf "höherem Niveau" zertifiziert, der Standort Wiesenfeld erhielt zusätzlich die Zertifikate "ohne Gentechnik" sowie "Kosher" und "Halal". Für heuer erwarten die Milchwerke einen leicht höheren Milchpreis als im Jahr 2013. Die wirtschaftliche Entwicklung sowie der Ausbau der Absatzmärkte sollen demnach stabil bleiben.

Autor: Gabi Arnold

Coburger Tageblatt im Juni 2014

 

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