Durch die Rohre schießt die Milch

16.06.2012

Die Milchwerke Oberfranken West investieren 800.000 Euro in eine neue Produktionsstraße. Dort werden pro Stunde 55.000 Liter Milch in Magermilch und Rahm getrennt und erhitzt. Eine Million Euro gibt das Unternehmen für eine neue Kläranlage zur Vorklärung aus.

 Zur offiziellen Feier seines 50. Geburtstages gestern wirkte Ludwig Weiß wie gewohnt dynamisch und energiegeladen. Und um Energie geht es auch bei den Investitionen, über die der geschäftsführende Direktor der Milchwerke Oberfranken West informierte.

Steigende Energiekosten beeinflussen den Geschäftserfolg des Unternehmens maßgeblich. Allein im vergangenen Jahr stiegen sie um 1,1 Millionen Euro. Heuer sollen deshalb pro Monat 50   000 Euro an Stromkosten eingespart werden. Um das zu erreichen, entsteht beispielsweise zur Zeit eine neue Milcherhitzungslinie mit Hochleistungs separatoren. "Das ist neuester Stand der Technik, mit energieeffizientem Direktantrieb", betonte Weiß.

An der neuen Produktionsstraße werden pro Stunde 55.000 Liter Milch in Magermilch und Rahm getrennt und anschließend erhitzt. Durch diese Investition mit einem Volumen von 800.000 Euro steigt die Menge an verarbeiteter Milch auf insgesamt 90.000 Liter pro Stunde.

Außerdem wird noch ein neuer Milchtank aufgestellt, der ein Fassungsvermögen von 360.000 Litern hat. Eine Million Euro investieren die Milchwerke darüber hinaus in eine neue Kläranlage für die Vorklärung und in eine Kanalerweiterung. Damit summieren sich alle für dieses Jahr vorgesehenen Investitionen auf einen Betrag von insgesamt drei Millionen Euro. Für das kommende Jahr ist geplant, die Weichkäse-Produktion zu erweitern.
Die Milchwerke Oberfranken West haben ein Energiemanagement-System eingeführt. Dieses wurde jetzt nach DIN ISO 50001 zertifiziert. Dabei geht es darum nachzuweisen, dass das Unternehmen energieeffizient einkauft und wirtschaftet. Ziele sind Klimaschutz, Ressourcenschonung und Kostensenkung.

Auch im Personalbereich tut sich einiges: Aktuell beschäftigen die Milchwerke etwa 370 feste Mitarbeiter und rund 130 Leiharbeiter. "Die wollen wir nach und nach übernehmen", sagte Ludwig Weiß.
Für dieses Jahr hoffen die Milchwerke und natürlich auch die liefernden Bauern, dass der Milchpreis nicht unter 30 Cent fällt. Üblicherweise bezahlen die Wiesenfelder immerhin mehr als im Durchschnitt üblich.

Allein im Mai wurden 41 Millionen Kilogramm Milch zu 4000 Tonnen Käse verarbeitet. Mehr als ein Drittel der Produktion geht in den Export. Die wichtigsten Absatzmärkte im Ausland sind Italien, Ungarn, Belgien, Griechenland und Polen. Auch Südkorea und arabische Länder werden beliefert

Quelle: Coburger Tageblatt vom 16.06.12

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